Sonnentor 12 Kreuz der Erziehung

Sonnentor 12 – Erziehung

Marlen Kaufmann über ihr transpersonales Kreuz der Erziehung (2)

Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt – so ist Marlen schon immer gewesen, und lange konnte sie sich das nicht erklären. Es ging so weit, dass sie irgendwann kaum noch etwas gesagt hat. Mit der Zeit ist sie mehr in ihre Balance gekommen – und dazu gehört es, das Stoppschild des Tor 12 zu achten. Wir erörtern natürlich auch das Thema Erziehung und wie ihre Kinder ihr so einiges spiegeln. Die wesentlichen Punkte unseres Gesprächs habe ich nachfolgend für dich zusammengefasst.

Während draußen gefühlt die Welt untergeht, plaudern Marlen und ich über ihr transpersonales Kreuz der Erziehung. Sie tut sich mit dem Begriff der Erziehung eher schwer und fragte sich bei der ersten Begegnung mit ihrer Lebensaufgabe, wer hier wohin gezogen werden soll. Dennoch hat sie ihr Inkarnationskreuz sehr berührt, weil sie sich darin wiedererkannte, auch wenn sie manches erschreckt hat. Es ist für sie wie eine Erinnerung, ihr Potenzial noch mehr zu leben.

Marlens Sonnentor 12 und der Umgang mit Emotionen

Fürs Erste tauchte sie in ihr Sonnentor 12 ein, bei dem es um die Wirkung auf Andere über die Sprache geht. Der Kanal 12/22 macht sie zur emotionalen Manifestorin. Somit darf sie sich der Herausforderung des Wartens stellen. Sie kann für sich bestätigen, dass sich Gefühle und Stimmungen jedweder Art immer auch in ihrem Ausdruck widerspiegeln. 

Spannend an Marlens Design sind die komplett bewussten Zentren. Gerade im Zusammenhang mit der Versprachlichung von Emotionen interessiert mich deshalb, wie hier ihre kindlichen Prägungen sind und ob sie den bewussten Umgang mit Gefühlen erst lernen musste. Sie hat sich Zeit ihres Lebens als jemanden mit teils sehr anstrengenden Stimmungsschwankungen erlebt. Die Qualität der emotionalen Welle von Tor 12 ist pulsartig und stark spürbar: Lange plätschert es vor sich hin, und plötzlich geht es steil bergauf oder eben bergab. Damit haderte sie lange, fand sie doch oftmals keine Ursache dafür. Sich in den eigenen Emotionen zu halten, durfte sie erst lernen. Früher neigte sie dazu, unkontrolliert und giftig rauszupoltern, und hat es im Nachhinein immer wieder bereut. Es folgte eine Periode, in der sie komplett verstummte, wenn es um Gefühle ging. Mittlerweile kann sie ihr inneres Stoppschild zum einen viel besser wahrnehmen, aber auch mithilfe der emotionalen Autorität bewusster entscheiden, wo sie schweigt und wann sie für sich einsteht. Manchmal würde sie dieses Stopp jedoch gerne übergehen und einfach etwas zum Ausdruck bringen. Wenn das passiert, gilt es, liebevoll mit sich zu bleiben und sich nicht für falsch zu halten. Da ich den Kanal 12/22 ebenfalls sehr präsent habe, ist mir das Lernthema der gewaltfreien Kommunikation durchaus vertraut, zumal auch ich als Manifestorin auf Erden angetreten bin, um eine Auswirkung zu haben. 

Marlen erkannte auf ihrer Erkenntnisreise mit Human Design, dass sie für den individuell geprägten Ausdruck von Tor 12 auch das passende Umfeld braucht. Ihre einzigen Aktivierungen am offenen G-Zentrum – Tor 25 und 46 – entsprechen den unbewussten Inkarnationskreuztoren. Hierbei geht es um Natürlichkeit und Aufgeschlossenheit. Beides musste sie sich mit der Zeit erst wieder zurückerobern, weil sie sich und das Gefühl für ihre Identität im Zuge der erfahrenen Konditionierung ein Stück weit verloren hatte. Es war ein Lernprozess, zu sich selbst zu stehen und sich trotz aller Zweifel anzunehmen.

Human Design und Erziehung

Die Geburt ihres 2. Kindes in 2015 fiel zusammen mit dem Saturn Return: Sie begann, mehr Verantwortung zu übernehmen, über Erziehung zu lesen und zu reflektieren: Was möchte ich meinen Kindern mitgeben und wo Abstand nehmen von dem, was ich selbst mitbekommen habe? Darf ich Erziehung auch ganz anders, nämlich bedürfnisorientiert, angehen? Sie probierte viel aus, doch die Umsetzung brauchte Zeit. Vor anderthalb Jahren stieß sie zudem auf Human Design und erfuhr, dass ihre Tochter eine Manifestorin 4/1 ist. Sie selbst war früher „lieb und nett“, während die Tochter ganz anders ist und in den Widerstand geht. Damit spiegelt sie ihr auch die eigenen Themen. Human Design hat ihr mehr Verständnis für sich, die Tochter und ihren kuscheligen Generator-Sohn gebracht, sowie für ihrer aller Eigenartigkeit. Es erklärte, warum beide Kinder so unterschiedlich in ihrer Energie waren, und half ihr dabei, mehr loszulassen. Mittlerweile hat sie dieses Wissen in ihren Familienalltag integriert und arbeitet auch damit. Im konkreten Human Design Experiment überprüft sie – v.a., wenn es hängt – immer mal wieder für sich, ob sie das Potenzial ihres Designs mehr im Licht oder Schatten lebt. Im Hintergrund poppen gedanklich von Zeit zu Zeit Schlüsselbegriffe ihrer Aktivierungen auf, um sie z.B. an universelle Liebe, Natürlichkeit und Annahme zu erinnern.

Manifestor? Bye bye Komfortzone!

Für sie war die Information, eine Manifestorin 6/2 zu sein, definitiv ein Wink, aus der Komfortzone herauszutreten: Nach außen hin verhielt sie sich freundlich, lieb und angepasst, während sie innerlich gar nicht wusste, wer sie war und was sie wollte. Vielleicht spielte auch das familiäre Umfeld eine prägende Rolle: Auch wenn ich früh in den Westen gegangen bin und wir beide relativ jung sind, hat das Aufwachsen in der kleinen, durchaus angenehmen Bubble der Ex-DDR bei uns beiden Spuren hinterlassen: Damals musste man aufpassen, was man sagte, und insgesamt verlangte alles viel Anpassung. Vor diesem Erfahrungshintergrund bestärkt Marlen ihre Tochter heute in deren Eigenständigkeit, aber auch darin, ihrer Strategie des Informierens zu folgen. Sie selbst würde oft viel lieber reagieren als initiieren. Je mehr sie sich jedoch darauf einlässt zu initiieren, desto mehr freundet sie sich damit an. Sie informiert ihre Familie bewusst bei schlechter Laune, um sie zu schützen. Dagegen ertappt sie sich immer wieder in der Partnerschaft mit einem Projektor, dass sie ihre Strategie absichtlich ignoriert und den Widerstand bzw. die daraus resultierenden Spannungen in Kauf nimmt. Als Mama ist es bisweilen schwer, einfach ihr Ding zu machen, wenn ständig einer etwas von dir möchte. Sich dann liebevoll abzugrenzen, bleibt eine Entwicklungsaufgabe.  

Über Marlens Arbeit als Mentorin und Begleiterin

Marlens Fokus in ihrer Tätigkeit als Mentorin und Begleiterin liegt auf der Selbstermächtigung als Frau und Mutter. Frau-Sein meint so viel mehr, als sich in der Mutterrolle zurechtzufinden: Nur wenn ich mich als das vielfältige Wesen, das ich bin, ernst- und wahrnehme, wenn ich in meine Lebendigkeit und Freude komme, kann ich auch meine Kinder anders begleiten. Human Design und Freyspiel haben Marlen persönlich ganz viel Transformation gebracht. Heute nutzt sie beide Tools auch in ihrer Arbeit. Freyspiel bedeutet – im Unterschied zur klassischen Aufstellungsarbeit, bei der Andere als Stellvertreter fungieren: Wie gehe ich in Themen, Konflikte und Herausforderungen rein? Wie kann ich sie wandeln und in meine Lebendigkeit kommen? Wie kann ich mich mit meinen Emotionen halten? Selfempowerment bringt uns Weite und Wandlungskraft. Es ist der Weg, nicht gegen die Anderen, sondern für sich selbst loszugehen.

Du findest Marlen auf Instagram und über ihre Website.

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